Wärmepumpen.
Wärmequelle Luft

Luft als Wärmequelle hat den großen Vorteil, dass sie überall vorhanden ist und mit geringem Aufwand erschlossen werden kann. Es ist kein Genehmigungsverfahren notwendig. In der Regel dient Außenluft bei Luft/Wasser-Wärmepumpen als Wärmequelle. Bei Gewerbe- und Industrieanlagen besteht auch die Möglichkeit, Raum- bzw. Abluft zu nutzen. Der Einsatz von Raum- bzw. Abluft sollte jedoch bereits bei der Vorplanung mit unseren Technikern im Werk abgestimmt werden.

Luft/Wasser-Wärmepumpen nutzen die in der Außenluft enthaltene Energie. Die Luft wird dazu durch einen Ventilator angesaugt, über den Verdampfer der Wärmepumpe geleitet und abgekühlt. An das Arbeitsmittel der Wärmepumpe wird Energie abgegeben. Diese wird durch den Wärmepumpen-kreislauf auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und an den Heizwasserkreislauf übertragen.

Innenaufstellung

Die geringen, gut kalkulierbaren Erschliessungskosten sind ein großer Vorteil der Wärmequelle Luft. Die Nutzung der Luft bedarf keiner Genehmigung. Luft/Wasser-Wärmepumpen können im Haus oder außerhalb des Hauses aufgestellt werden. Die Innenaufstellung erfordert Luftkanäle für die Zu- und Abfuhr der Außenluft. Einer Eckaufstellung sollte immer Vorrang gegeben werden, sonst müssen Maßnahmen getroffen werden, um Luftkurzschlüsse (Vermischung von warmer Ansaug- und kalter Ausblasluft) zu vermeiden.

Die Nutzung von Raumluft als Wärmequelle ist sinnvoll bei Gewerbebetrieben mit grossen Mengen temperierter Abluft oder wenn eine Abkühlung der Räume erforderlich ist. Nicht zulässig ist die Nutzung von amoniakhaltiger oder chemisch belasteter Luft (z. B. Stallabluft).

Prinzip Aussenaufstellung

Außenaufstellung

Die Außenaufstellung benötigt weniger Raum; hier sind die Aufstellungshinweise zu beachten (zur Vermeidung von Belästigungen durch Schallemissionen). Um Luftkurzschlüsse und Schallpegelerhöhungen durch Reflektion zu verhindern, ist eine Aufstellung in Nischen, Mauerecken oder zwischen zwei Mauern zu vermeiden. Die Aufstellung in einer Senke ist nicht zulässig, da die kalte Luft nach unten sinkt und somit kein Luftaustausch stattfindet.

Einsatzbereich und Betriebsweise

Luft/Wasser-Wärmepumpen sind bis zu Außentemperaturen von -20° C einsetzbar. Da mit sinkender Außentemperatur die Heizleistung der Wärmepumpe abnimmt, ist es aus wirtschaftlichen Erwägungen sinnvoll, einen zweiten Wärmeerzeuger vorzusehen und die Wärmepumpenanlage monoenergetisch bzw. bivalent-parallel zu betreiben. Damit wird eine kostenintensive Überdimensionierung und unnötig häufiges Takten der Wärmepumpe in der Übergangszeit vermieden. Die Auslegung der Wärmepumpe erfolgt auf den Bivalenzpunkt, der zwischen -4° und -7° C liegen soll und bei einem bivalenten Betrieb der Wärmepumpenanlage ein Bivalenzpunkt zwischen 0° und -4° C möglich ist.

Ein Elektroheizstab als zweiter Wärmeerzeuger (Zusatzheizung) ist im Neubaubereich zweckmäßig. Bei Temperaturen unterhalb des Bivalenzpunktes unterstützt er die Wärmepumpe. In diesem Fall wird von einer monoenergetischen Luft/Wasser-Wärmepumpenanlage gesprochen. Der Betrieb erfolgt meistens monoenergetisch mit einem Auslegungspunkt (Bivalenzpunkt) zwischen -4° und -7° C. Hierbei deckt die Wärmepumpe 98 % des gesamten jährlichen Energiebedarfes ab.

Im Sanierungsbereich bietet sich zusätzlich - bei Temperaturen unterhalb des Bivalenzpunktes - die vorhandene Kesselanlage zur Unterstützung der Wärmepumpe an. Diese Betriebsweise wird als bivalent bzw. bivalent-parallel bezeichnet.

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